Gespräch zur Zukunft von St. Gertrud am 28. September 2026

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Stand: 28. September 2026

Am 28. September 2026 fand ein Gespräch mit Vertretern des Bistums über die Zukunft von St. Gertrud statt. Im Mittelpunkt standen das geistliche Profil der Gemeinde und die mögliche Errichtung einer Personalpfarrei. Eine schriftliche Zusammenfassung für die Beteiligten und den Bischof wurde angekündigt.

Am Montag, dem 28. September 2026 trafen sich im Pfarrhaus von St. Willibrord die aktiven Priester des Pastoralen Raumes Herzogenrath, Pfarrer Heinz Intrau (St. Willibrord), Pfarrer Ralf Schlösser (priesterlicher Mitarbeiter) und Pfarrer Dr. Guido Rodheudt mit Regionalvikar Dr. Dennis Rokitta und dem Leiter der Hauptabteilung „Pastoral – Schule – Bildung“ und Mitglied im Bischöflichen Stab, Dr. Arnd Küppers.

Das Gespräch war im Zuge der Eingabe des Synodalforums St. Gertrud auf Umwandlung von St. Gertrud von einer Territorial- in einer Personalpfarrei vom Bischofshaus erbeten worden.

Nach anfänglichen Irritationen zum Ziel des Gespräches, die sich aus der mangelnden Vorinformation des Bistumsvertreters ergaben, hatte Pfarrer Dr. Rodheudt Gelegenheit, die Entstehung der Eingabe und die Geschichte der Wandlung von St. Gertrud von einer Territorialpfarrei in ein überregionales Geistliches Zentrum zu erläutern.

Er konnte dabei die Chance nutzen, die seit dem Jahre 2018 von uns wiederholt dem Bistum vorgetragenen Entwicklungen und Wandlungen vorzutragen, die von Seiten der Diözese bislang keine Antwort oder Bewertung bekommen hatten.

Diese Chance war umso wertvoller, als sich im Gespräch herausstellte, daß Herrn Dr. Küppers nach der Übernahme seiner Verantwortung für die Pastoralabteilung des Bistums, sämtliche nötigen Informationen bislang nicht vorlagen und ihm in diesem Zusammenhang auch die Statistische Studie der Universität München zur Entwicklung von St. Gertrud unbekannt war, die zur Beurteilung der Situation der Gemeinde und ihrer prospektiven Entwicklung hin zu einer zahlenmäßig starken sonntäglichen und werktäglichen Gottesdienstgemeinde (an Sonntagen mit ca. 300 Teilnehmern) unverzichtbar ist.

Die stetig jünger werdende Gemeinde mit hoher Nachfrage nach einer Liturgie in traditioneller Ausrichtung, nach mehrfach wöchentlicher Eucharistischer Anbetung, täglicher Beichtgelegenheit, umfänglichem Katcheseangebot für Jugendliche und Erwachsene, Glaubensunterweisung für erwachsene Tauf- und Firmbewerber ist ja der Ausgangspunkt, nach einem passenden Umgang mit ihr im Pastoralen Raum zu suchen, der mit den bisher gängigen Parametern der Bistumsstrukturen so noch nicht erfaßt wird.

Nachdem alles zur Kenntnis gebracht worden war und auch der Irrtum auf Seiten des Bistums aus dem Weg geräumt werden konnte, es gäbe zwischen den anwesenden Priestern irgendwelche persönlichen Unstimmigkeiten, konnte als Ergebnis folgendes festgehalten werden:

Für St. Gertrud ist es ein Anliegen, unabhängig von der Person von Pfarrer Dr. Rodheudt oder einem anderen nachfolgenden Priester die geistliche Ausrichtung der Gemeinde zu bewahren und damit ihre aufstrebende Entwicklung zu befördern.

Die Alleinstellungsmerkmale, die St. Gertrud zahlenmäßig wachsen lassen, konnten in einem ersten Formulierungsversuch wie folgt festhalten werden:

  • Liturgie in traditioneller Ausrichtung und umfängliche musikalischer Ausstattung
  • Umfängliches sakramentales und katechetisches Angebot
  • Schwerpunktmäßige Projekte und Institutionalisierungen zur Neuevangelisierung

In einer theologisch zwar nicht übertragbaren aber dennoch ganz hilfreichen Analogie fiel im Gespräch der Begriff der „hochkirchlich“, um die Ausrichtung von St. Gertrud zu beschreiben.
Damit bezeichnet man in der evangelischen Kirche oder bei den Anglikanern diejenigen Gemeinden, die ein dezidiert konservativ-traditionelles Seelsorge- und Liturgieprogramm praktizieren.

Weil dies aber die Situation in St. Gertrud am präzisesten beschreibt und in Folge sonntags dadurch annähernd die gleiche Zahl an Gottesdienstbesuchern angezogen wird wie zum gleichen Zeitpunkt in den anderen Kirchen des Pastoralen Raumes zusammengenommen, konnte Dr. Küppers das Merkmal der „Hochkirchlichkeit“ für die Rücksprache mit dem Bischof festhalten.

Auf diesem Hintergrund waren sich die Priester des Pastoralen Raumes darin einig, daß ein formalistisches Rotieren der Zelebranten an Sonntagen durch die Kirchen des Pastoralen Raumes wenig Sinn macht. Gerade die Beteuerung des Bischofs, lebendige Arbeit nicht zu gefährden, legt diese Sichtweise nahe, weil die „hochkirchliche“ Ausrichtung der Personalgemeinde, die St. Gertrud nun einmal faktisch ist, ja eine Verläßlichkeit in dieser Hinsicht erfordert.

Abschließend wurde in Übereinstimmung aller Gesprächspartner betont, daß bei einer wünschenswerten Errichtung einer Personalpfarrei zur Sicherung von konservativ-traditionellem Glaubensleben St. Gertrud als Geistliches Zentrum selbstverständlich im Pastoralen Raum insofern verortet bleibt, als sie ja an bestimmte Kirchen gebunden bleibt. Und daß darüber hinaus die drei Priester im Hinblick auf die Grundsicherung von Kasualien in allen Kirchen des Pastoralen Raumes weiterhin wie auch bisher zur Verfügung stehen.

Nach Abschluß des Austauschs wurde von Dr. Küppers eine schriftliche Zusammenfassung für uns und für den Bischof in Aussicht gestellt, der nun den nächsten Schritt im Verfahren gehen wird – in der Hoffnung auf Einbeziehung des Synodalforums St. Gertrud als Antragsteller auf Errichtung einer Personalpfarrei.

Der Regionalvikar Dr. Rokitta hat im Rahmen der Realienvisitation vor einigen Wochen in diesem Zusammenhang auch die Zustimmung des regionalen Leitungsteams Aachen-Land übermittelt, der besonderen geistlichen Ausrichtung von St. Gertrud in dieser Hinsicht Rechnung zu tragen.

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